Vaterschaftstest FAQ
Schätzungen zufolge sind 10% aller Kinder so genannte Kuckuckskinder, also Kinder mit einem anderen, als den von der Mutter angegebenen Vater.
Da besonders in der letzten Zeit das Thema Vaterschaftstests eine große Debatte durchgemacht hat, möchten wir Ihnen an dieser Stelle die wichtigsten Fragen zum Thema Vaterschaftstests beantworten.
Was ist ein Vaterschaftstest?
- Ein Vaterschaftstest ist ein Verfahren bei dem die Verwandtschaft zweier Personen miteinander untersucht wird. In der Regel wird ein Vaterschaftstest durchgeführt, um, wie der Name es bereits verrät, den Verwandtschaftsgrad zwischen Vater und Sohn zu bestimmen.
Welche Untersuchungsmethoden gibt es?
| Blutgruppenmethode: Beim Blutgruppentest wird anhand der Blutgruppen von Mutter, Kind und Vater überprüft, ob die Blutgruppe des Kindes aus der Kombination der elterlichen Blutgruppen ermittelt werden kann. |
| Serologische Gutachten: Bei dieser Methode werden weitere Bestandteile des Blutes in die Untersuchung mit einbezogen. |
| Erbbiologische Gutachten: Anhand von äußerlichen Merkmalen wird versucht eine Vaterschaft zu bestätigen oder zu bestreiten. |
| DNA Analyse: Bei der DNA Analyse werden die DNA Regionen von Personen miteinander verglichen, um auf diese Weise eine Elternschaft bestimmen zu können. Je mehr DNA Regionen übereinstimmen, umso sicherer ist eine Vaterschaft. |
Wie funktioniert ein Vaterschaftstest?
- Gewöhnlich wird mit einem keinen Spachtel Speichel aus den Wangentaschen der zu untersuchenden Personen genommen. Diese Probe wird dann in ein Labor eingeschickt und hinsichtlich der Übereinstimmung der DNA untersucht.
Wie sicher ist ein Vaterschaftstest?
- Liegen bei einer DNA Untersuchung die Proben von Mutter, Vater als auch Kind vor, so garantieren die meisten Labore eine Ergebnissicherheit von 99,9999%.
Was kostet ein Vaterschaftstest?
- Die Preise für private DNA Untersuchungen variieren von Labor zu Labor. In der Regel liegen sie jedoch zwischen 200 und 600 Euro.
Was kann als Probe eingereicht werden?
- Neben einer Speichelprobe können auch Kaugummis, Haare mit Wurzeln, Blut, Zahnbürsten, Schnuller, Taschentücher und vieles mehr verwendet werden, um eine DNA Analyse durchführen zu lassen.
Wie lange dauert ein Vaterschaftstest?
- Ähnlich wie bei den Preisen kann die Bearbeitung von DNA Proben bei unterschiedlichen Labors variieren. Häufig wird jedoch ein Zeitraum von 3 Tagen angegeben um die Untersuchung abzuschließen und ein Gutachten zu erstellen.
Vaterschaftstest ohne DNA der Mutter ?
- Ein Vaterschaftstest kann auch ohne Probe der Mutter durchgeführt werden, aber durch Abgabe einer Speichelprobe der Mutter erhöht sich die Ergebnissicherheit.
Ab wann ist ein Vaterschaftstest möglich?
- Theoretisch kann bereits im Mutterleib die DNA des noch ungeborenen Kindes bestimmt werden, da damit jedoch nicht unerhebliche Risiken verbunden sind, wartet man gewöhnlich auf die Geburt des Kindes. Ab diesem Zeitpunkt kann jedoch problemlos eine Speichelprobe genommen werden.
Gerichtlicher oder privater Vaterschaftstest?
- Ein privater Vaterschaftstest wird in der Regel erstellt um eine persönliche Gewissheit darüber zu haben, ob man wirklich der Vater des Kindes ist. Auf diese Weise ist in Streitfragen zwischen den Eltern eine außergerichtliche Einigung oftmals möglich. Für einen privaten Vaterschaftstest reicht die DNA Probe des Vaters und des Kindes aus.
- Ist eine außergerichtliche Einigung jedoch nicht möglich, und ziehen beide Eltern vor Gericht, so kann das Gericht in bestimmten Fällen selbst einen Vaterschaftstest veranlassen. Für diesen Fall werden jedoch die Proben aller beteiligten Personen notwendig.
Sind private Vaterschaftstests vor Gericht gültig?
- Ohne Einwilligung der Mutter des Kindes oder des Kindes ist es nicht mehr erlaubt einen privaten Vaterschaftstest auch vor Gericht zu verwenden. Selbst wenn der Vater also mit 99 % Wahrscheinlichkeit beweisen kann das er nicht der Vater des Kindes ist, hat die beispielsweise in Unterhaltsfragen keinerlei Bedeutung.
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