Die Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese)
Alle werdenden Eltern wünschen sich nichts sehnlicher, als am Ende einer Schwangerschaft ein gesundes Baby in die Arme schließen zu können.
Heute gibt es eine ganze Reihe von Möglichkeiten, schon vor der Geburt den Gesundheitszustand des Kindes zu kontrollieren (Pränataldiagnostik).
Neben den herkömmlichen Vorsorgeuntersuchungen beim behandelnden Gynäkologen, werden für Risikoschwangere noch andere Kontrollmethoden empfohlen.
Eine dieser Methoden ist die Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese).
Fruchtwasseruntersuchung: Wer sollte sie machen?
- Bei allen Schwangeren, die älter als 35 Jahre sind, steigt das Risiko, dass es zu Veränderungen im Erbgut kommt. Die Gefahr, ein körperlich und / oder geistig behindertes Kind zu gebären, erhöht sich. Das Down-Syndrom (Trisomie 21) ist eine der bekanntesten Behinderungen.
- Liegt bei den werdenden Eltern oder im Verwandtenkreis ein genetischer Defekt vor.
- Haben die künftigen Eltern bereits ein Kind mit einer Erbkrankheit oder schweren angeborenen Stoffwechselerkrankungen.
- Gibt es bei einer Ultraschalluntersuchung Hinweise auf Entwicklungsstörungen oder Fehlbildungen.
Fruchtwasseruntersuchung: Der richtige Zeitpunkt
| In der Regel führt der Frauenarzt die Untersuchung zwischen der 15. und 17. Schwangerschaftswoche durch. |
Was passiert bei einer Fruchtwasseruntersuchung?
Mit einer Punktionsnadel entnimmt der Arzt der Fruchtblase durch die Bauchdecke eine Fruchtwasserprobe (ca. 20 ml). Eine Betäubung ist hierbei meist nicht nötig, da der Schmerz dem bei einer Blutentnahme gleicht. Vor und während der Entnahme wird mittels einer Ultraschallkontrolle die genaue Lage des Kindes überprüft. Somit können Verletzungen des Ungeborenen ausgeschlossen werden.
Nach der Fruchtwasserentnahme verbleibt die Patientin noch für eine halbe Stunde in der Praxis und kann nach einer weiteren Ultraschallkontrolle nach Hause gehen. In den kommenden zwei Tagen sollte sie sich möglichst sehr schonen und in den folgenden Wochen auf Sport verzichten.
Was geschieht mit dem Fruchtwasser?
Die im Fruchtwasser enthaltenen kindlichen Zellen werden im Labor kultiviert und dann untersucht.
Die Zellkulturen geben nun Auskunft darüber:
*ob beim Kind Chromosomenanomalien vorliegen
*ob das Ungeborene unter Stoffwechselerkrankungen leidet
*besteht ein Sauerstoffdefizit
*ob eine Fehlbildung der Wirbelsäule und des Gehirns vorliegt.
Weiterhin lässt sich natürlich auch das Geschlecht des Kindes feststellen.
Die ersten Ergebnisse der Amniozentese liegen heute bereits schon nach 24 bis 48 Stunden vor, die endgültige Auswertung aber erst nach zwei bis drei Wochen.
Risiken einer Fruchtwasseruntersuchung
Bei 0,5% bis 1,0% der Frauen kommt es nach einer Amniozentese zu einer Fehlgeburt.
Einige Schwangere erleiden einen vorzeitigen Blasensprung oder haben nach der Untersuchung Blutungen. Sehr selten kommt es zu einer Gebärmutterentzündung. Dagegen haben die meisten Patientinnen in den Tagen nach der Fruchtwasserentnahme Gebärmutterkontraktionen, die aber wieder nachlassen.
Bevor man sich zu einer Fruchtwasseruntersuchung entscheidet und ob sie überhaupt von Nöten ist, sollte mit dem behandelnden Gynäkologen ausführlich besprochen werden.



